WE are Legend! Eine Chance für die Menschlichkeit

Nein dies ist keine verspätete Filmkritik eines vor etwas mehr als zehn Jahren erschienenen Blockbusters über eine Zombie-Apokalypse, wobei wenn ich mal einen kurzen Exkurs über diesen halten darf, der rückblickend in meinen Augen immer noch eine „tierisch“ gute schauspielerische Leistung des heimlichen Stars des Filmes auf die Leinwand gebracht hat und mir wie ich nahtlos eingestehen muss bis heute immer noch das Herz zerreißt. Seien wir mal ehrlich, wem von euch geht es da nicht genauso der Ihn ebenfalls gesehen hat. Genau an dieser Stelle muss ich gerade etwas schmunzeln, denn wie so oft in Filmen hegen wir des öfteren mehr Sympathie für fremde fiktive Schicksale, als für die tatsächlichen die vor unseren eigenen Augen geschehen. Vielleicht ein guter Punkt um auf die aktuelle Situation einzugehen. 

Corona hat derzeit unser tägliches Leben absolut in seinen Fängen. Ich bin kein Virologe und Gott sei Dank im Moment kein Politiker, denn das möchte ich in der jetzigen Situation auch wahrlich nicht sein. Ich werde es auch tunlichst unterlassen eine Wertung zu den aktuellen Geschehnissen abzugeben, denn dazu fehlt mir jegliches Fachwissen und eine tiefere Einsicht in die aktuelle Thematik um diese bewerten zu können aber eines ist klar. Es vergeht kein Tag an dem nicht neue Informationen über die Nachrichtensender laufen und tägliche Änderungen seitens der Politik stattfinden, welche unsere Sicherheit und Gesundheit gewährleisten sollen. Die Börsen weltweit stürzen in den Keller wie bei einer Achterbahnfahrt und kein Thema beherrscht die sozialen Medien und die täglichen Gespräche mit den sozialen Kontakten die einem noch bleiben so stark wie dieses. Dabei ergeben sich teils absurde Bilder in der Öffentlichkeit. Apotheken, Supermärkte und Drogerien werden durch Hamsterkäufe förmlich leer gemacht, teilweise dringend benötigte Medikamente und Desinfektionsmittel sind ausverkauft, Nudeln stehen nicht mehr in den Regalen und man kauft Unmengen an Toilettenpapier als wolle man den Sommer in „Klomumbien“ verbringen. Ja ja der Begriff POlonaise bekommt wahrlich eine neue Bedeutung in letzter Zeit. Ich habe sogar jemanden gesehen der dreißig Kilogramm Zucker gekauft hat. Ich meine was möchte diese Person bitte machen, die Bundesrepublik mit Keksen versorgen? Dieses Verhalten setzt dem ganzen für mich wirklich die „Krone“ auf. Erschreckende Bilder, die mich nur mit dem Kopf schütteln lassen und gelinde gesagt teilweise ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft abgeben aber eben nur teilweise. 

Denn wie unser ehrwürdiger ehemaliger Bundeskanzler Helmut Schmidt, Gott hab Ihn selig, zu sagen pflegte: „In der Krise beweist sich der Charakter“ und das tuen wahrlich gerade sehr viele. Unglaublich tolle Menschen versuchen unserer Gesellschaft und sich gegenseitig gerade zu helfen und zeigen sich von Ihrer allerbesten Seite. Ärzte, Pflegepersonal und sonstige Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen arbeiten rund um die Uhr um den bedürftigen Menschen die notwendige Versorgung zukommen zu lassen. Vergessen wir dabei bitte nicht all die Menschen die in den Apotheken, Supermärkten, Drogerien, Tankstellen, etc. arbeiten und sich täglich einem Risiko aussetzen um uns ein halbwegs „normales“ Leben aufrecht zu erhalten. Jüngere Menschen versuchen für die Älteren die Einkäufe zu erledigen und stellen Ihnen diese vor die Türe. Täglich schreiben sich Menschen gegenseitig ob Sie was brauchen und sind im Notfall bereit Hilfestellung zu leisten wo es notwendig ist, sei es mit dem eigenen PKW Besorgungen zu tätigen oder durch das simple teilen von Produkten die der andere im Haushalt nicht mehr zur Verfügung hat. Auf sozialen Medien wird sich abgesprochen, man trifft sich auf den Balkonen um sich durch Musik gegenseitig eine kleine Freude zu machen und die schwierige Zeit mit etwas Fröhlichkeit zu füllen. Das für mich schönste bei den Absprachen auf den sozialen Medien sind die Treffen zum Applaudieren, mit denen wir all diesen Menschen damit unseren Respekt zollen. Mit all diesen Gesten sagen wir eindeutig: „Nein Corona Not Today“.

Unsere Branche trifft die aktuelle Situation mehr als hart. Dabei ist, wenn man die Kette mal genau betrachtet, die Anzahl an Menschen die in den verschiedensten Bereichen arbeiten enorm. Bars und Restaurants müssen schließen oder haben spezielle gesonderte Öffnungszeiten. Mitarbeiter werden in den Urlaub geschickt, sind aktuell auf Kurzarbeit gemeldet oder werden im schlimmsten Falle sogar entlassen. Betreiber und Besitzer der Gastronomien müssen teilweise sogar Ihre Türen schließen und wenn das ganze so weiter geht werden das nicht wenige sein. All diese Menschen bangen gerade um Ihre Familien und Existenzen. Ich denke jeder macht sich gerade Gedanken wie es weiter gehen soll und keiner hat für diese spezielle Situation ein Patentrezept. Dabei ergeben sich allerdings kreative Konzepte um die Dürreperiode so erträglich und ertragreich wie möglich zu gestalten. Lieferdienste werden von Seiten der Bars und Restaurants eingerichtet, alternative Arbeitsmethoden und Plätze werden angewandt und in Zeiten der Digitalisierung werden alle möglichen Online-Ideen umgesetzt. Denn ein Satz ist gerade wahrscheinlich wichtiger denn je und zwar der das man in der Gastronomie ja oft gesagt wird, es gibt (hoffentlich) immer was zu tun. Die Möglichkeiten hier sind vielfältig, kommen allerdings auch ab einem gewissen Zeitpunkt an Ihre Grenzen. Auch hier können wir nur solidarisch alle zusammenhalten und uns gegenseitig unterstützen wo wir nur können und wie es im Bereich unseres möglichen ist. Es wird bestimmt nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein aber es ist ein Anfang und zeigt in meinen Augen das wenn man zusammensteht vieles möglich ist. 

Eines hat uns das ganze sicherlich gezeigt und zwar wie fragil unser System doch eigentlich ist und das unsere Gesellschaft nicht auf so sicheren Säulen aufgebaut ist wie wir vielleicht immer geglaubt haben. Ich bin allerdings davon überzeugt das wir aus dieser Situation lernen und als Gemeinschaft enger zusammenwachsen werden und unter Umständen sogar unser Wertesystem für die ein oder anderen Dinge die wir in unserem Leben haben ändern. Denn plötzlich erscheinen die kleineren Dinge wieder etwas größer und wertvoller. Es ist furchtbar und eine Katastrophe was alles momentan passiert aber wenn in der Ganzen Misere eine positive Seite steckt dann, dass wir in dieser Lage als Menschen beweisen können wozu wir gemeinsam fähig sind. Vielleicht wecken wir auch dadurch ungeahnte Kräfte und erkennen das wir auch andere Krisen durch gemeinschaftliches handeln bewältigen und lösen können. Angefangen beim Klima, welches sich bestimmt schon etwas erholt hat, als auch die Flüchtlingskrise wo Menschen dringende Hilfe benötigen. Die Liste ist lang. Es ist eine Chance für die Menschlichkeit. Ich hoffe das wir bald alles überstanden haben und danach wieder gemeinsam anstoßen können. WE are Legend!

Danke fürs Lesen…Cheers

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6 Antworten

  1. Klasse lieber Frank. Du schreibst mir aus der Seele. Auch ich habe noch vor zwei Wochen gedacht alle Mahnenden hätten den Verstand verloren. Leider muss ich erkennen das ich falsch lag. Jetzt ist es tatsächlich enorm wichtig solidarisch zu sein. Stay home! Help each other. Keep calm.

    1. Danke für die lieben Worte Peter. Sehe ich genauso wie du. Bitte pass auf dich auf bleib gesund und auf ganz bald hoffentlich! 👊🏼

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